Start & Infotafel
Am Einstieg steht eine große Infotafel mit wichtigen Informationen und Regeln zum Zeller Bachsteig.
Fauna und Flora
Unsere heimischen Gewässer sind faszinierende und vielseitige Lebensräume mit
einer komplexen Tier- und Pflanzenwelt (Flora und Fauna). Gerade deshalb sollte
jeder Einzelne von uns sensibel und behutsam damit umgehen. Mit Kescher und Lupe könnt Ihr hier Kleinlebensräume untersuchen.
Das Wehr und seine Bedeutung!
Habt Ihr Euch schon mal Gedanken gemacht, woher die Namen FeuerWEHR und
NotWEHR kommen? Man muss dem Feuer (oder jemandem) Widerstand leisten
bzw. sich zur WEHR setzen.
Genau so funktioniert auch ein Wehr im Bach. Es ist eine wasserbauliche Einrichtung
zum Stauen von Wasser. Hierdurch wird der Wasserfluss gebremst und die Fließgeschwindigkeit
reduziert.
Storchenblick
Der Storchenturm, den man von hier wunderbar sehen kann, ist das Wahrzeichen
von Zell am Harmersbach.
Er ist mit 25 Metern der höchste Turm der ehemaligen Stadtbefestigung und beherbergt
heute ein Heimatmuseum. Der Name des Turms stammt von den früher dort
nistenden Störchen. Und siehe da ...
... wenn Ihr Glück habt, ist "Meister Adebar" gerade im Nest!
Libellen
Von den 4700 bekannten Libellenarten treten ca. 85 in Mitteleuropa auf. Sie gehören
zur Klasse der Insekten und die Flügelspannweite der Tiere beträgt in der Regel
zwischen 2 cm und 11 cm.
Unter der Brücke sind Flügel einer Libelle in groß an Seilen befestigt. Schwingt Euch auf die Seile und lasst die Libellen fliegen!
Feuerschutz
Der Bach diente seit der Besiedlung von Zell am Harmersbach nicht nur als Trinkwasser
und Energiespender, sondern viel mehr als Feuerschutz. Da die Stadt Zell
am Harmersbach keine Brunnen innerhalb der Wehranlage besaß, musste bei Bränden
das Wasser mit Ledereimern aus dem Harmersbach geschöpft werden, bevor Pumpen
dies übernahmen. Große Stadtbrände zerstörten damals viele Häuser in Zell.
Bisamratten
Weißt Du eigentlich, dass sich die Bezeichnung Bisam vom türkischen Wort besem
(deutsch "Geruch") ableitet? Die Männchen sondern über die Präputialdrüsen
ein stark nach Moschus duftendes Sekret ab.
Die Bisamratte ist hervorragend an das Leben im Wasser angepasst. Sie hat wasserdicht
verschließbare Ohren, deren Ohrmuscheln tief im Fell versteckt liegen. Außerdem
sind sie ausgezeichnete Schwimmer und können bis zu zehn Minuten tauchen.
Forellen
Die Forellen leben in der nach ihnen benannten Region, nämlich der Forellenregion.
Aus Sicht der Fische kommt es in ihren Gewässern darauf an, dass viel Nahrung,
ausreichend Sauerstoff zum Atmen und Laichmöglichkeiten, sowie Verstecke vorhanden
sind. Alle Forellen sind Raubfische. Das erkennt man an den Fangzähnen.
Lust, um die Ecke zu schauen? ... dann schnapp Dir das Endoskop und
gehe auf Entdeckungstour!
Ausstieg Abschnitt 1
Hier müsst Ihr den Bach wegen dem Naturschutz verlassen und an Land weiter laufen. Bei der Station 14 geht es dann wieder in den Bach. Unterwegs begegnen Euch aber auch auf Land viele Infos und Aktionen zum Mitmachen.
Biotop "Bachblick"
Da der Mensch die Natur als Ausgleich und Anregung benötigt, müssen Du und
ich aufpassen, dass wir die Pflanzen und Tiere in unserer Heimat am Leben
erhalten. Deshalb sind viele Bereiche in der Natur "Schutzgebiete" oder "Biotope".
Hier muss sich der Mensch fern halten um den Lebensraum von Tier- und Pflanzenwelt
zu schützen. Solch ein Naturschutzgebiet/Biotop seht Ihr von der Plattform der
Beobachtungsstation.
Hochwasser im Harmersbach
Kurz vor Weihnachten 1991 passierte es: das Jahrhundert-Hochwasser richtete
unvorstellbare Schäden an. In der Nacht zum 21.12.1991 wurden in der gesamten
Region Straßen komplett überflutet, gepflegte Gärten in wüste Sand- und Geröllflächen
verwandelt und Häuser vom Hochwasser eingeschlossen. Die Brücke auf der Ihr hier steht wurde komplett weggerissen.
Nutzung der Wasserkraft - Die Stampfe
Eine Stampfe ist ein Bestandteil einer Wassermühle die mit einem Wasserrad angetrieben
wird. Das Besondere: Die Stampfe wurde mit dem gleichen Mühlwerk wie die
Mühle angetrieben, man musste nur einen Hebel umlegen. Es gab viele Arten von
Stampfen wie z.B. Ölstampfen, Papierstampfen, Lederstampfen und Knochenstampfen.
Gewerbekanal
Früher gab es noch keinen Strom aus der Steckdose und deshalb musste man anderweitig
Energie gewinnen. Eine Möglichkeit war und ist die Wasserkraft. Im Winter wurde das Ufer zur Eisgewinnung überschwemmt. Dieses Eis wurde geschlagen, in Stangen geschnitten und kühlte die Bierfässer in den Bierkellern der Brauereien und Wirtschaften das ganze Jahr. Im Sommer diente das Wasser der Eisweier dann zum Bewässern der Felder.
Einstieg Abschnitt 3
Hier gelangt Ihr über eine kleine Treppe wieder in den Bach und weiter geht's für den letzten Abschnitt bis zum Fürstenbergerhof.
Gold im Schwarzwald
Das Gold des Harmersbachs hat die Farbe rot, ist kompakt und teilweise
auch kugelförmig. Es heißt Jaspis und ist ein Granat/Edelstein, der hier im Harmersbachtal
geschürft und von Granatschleifern veredelt wurde.
Jetzt werdet Ihr zu "Goldsuchern". Mit der Goldpfanne (Sieb) könnt Ihr den Schlamm auswaschen und sicher findet Ihr einen Jaspis und dürft ihn sogar mitnehmen.
Geschichte der Flößerei
Der Schwarzwald war im 15. Jahrhundert der größte deutsche Holzlieferant. Zum Transport hat man die Baumstämme zu Flößen zusammen gebunden. Auf ihrer Reise z.B. nach Holland wurden die Stämme zu immer größeren Flößen gebunden: teilweise 400 m lang und bis zu 40 m breit und mit einer Besatzung von bis zu 500 Ruderknechten.
Mit einem kleinen Floß könnt Ihr Euren Jaspis von der einen zur anderen Bachseite transportieren.
Fischtreppen - Wanderhilfen im Wasser
Warum wandern Fische zum Laichen den Fluss aufwärts? Weil dort das Nahrungsangebot,
der Sauerstoffgehalt im Wasser und die Fließgeschwindigkeit geeigneter
zur Aufzucht ihrer Jungen sind. Deshalb muss man den Fischen das Wandern stromaufwärts
mit Fischtreppen möglich machen.
Dabei müssen die Fische oft über 20 cm Höhenunterschied überwinden. Versucht doch mal 20 cm hoch zu hopsen - schwierig, oder?
Ausstieg - Die Granatschleifer
Erinnert Ihr Euch noch an den Jaspis, den Edelstein? Dann erfahrt Ihr hier mehr über ihn:
Fast die Hälfte der Bevölkerung des Reichstales Harmersbach lebte von der
Granatschleiferei, eine typische Heimarbeit, bei der die ganze Familie mithelfen konnte.
Noch heute tragen Bäuerinnen und Trachtenmädchen im Harmersbachtal mit der
Festtagstracht ein Halsnister als Erinnerung an jene Zeit.
Wenn Ihr wieder zuhause seid, könnt Ihr Euren Jaspis bearbeiten oder was Schönes daraus basteln.