Naturpark Schwarzwald
Mitte/Nord


Land- und Forstwirtschaft

Früher war die Landwirtschaft für die Bewohner essentiell wichtig. So wird für Baiersbronn mit damals 500 Einwohnern ein Viehbestand mit 1750 Stück geschätzt. Man muss sich die Buntsandsteinrücken des Nordschwarzwaldes zu dieser Zeit als richtige Sommerweiden mit Almen, Sennhütten, Viehlägern und Tränkplätzen vorstellen.

Ein knappes Drittel der Fläche des Naturparks ist heute noch landwirtschaftliche Nutzfläche. Sie gliedert sich in drei große Bereiche:

  • Grünlandnutzung im Zentrum
  • Wein- und Obstanbau in der Vorbergzone
  • Ackerbau im östlichen Gäu

Extensive Beweidung


Heute ist die Landwirtschaft vielerorts auf dem Rückzug - die Bewaldung nimmt zu. In einzelnen Gemeinden liegt der Waldanteil bei über 90 Prozent. Viele landwirtschaftliche Betriebe geben auf, weil sich die schwere Arbeit nicht mehr lohnt. Die ehemals offenen Flächen werden zu Wald. Der Schwarzwald droht seine charakteristische Kulturlandschaft, den Wechsel zwischen Wald und Wiesen zu verlieren. Hier muss der Naturpark ansetzen - die Unterstützung der bäuerlichen Landwirtschaft ist eine unserer Hauptaufgaben.
Die Schwarzwaldlandschaft, so wie wir sie heute erleben, ist durch jahrhundertlange menschliche Nutzung entstanden. Sie kann nur durch eine funktionierende Land- und Forstwirtschaft erhalten werden. Schutz durch Nutzung lautet die Maxime.

Rund zwei Drittel der Naturparkfläche sind bewaldet. Der Wald gilt nach wie vor als größtes Kapital des Schwarzwaldes.
Die alten Waldgewerbe, Flößer, Köhler, Wiedendreher oder Holzfäller, haben ihre Spuren in der Landschaft hinterlassen. Kohlemeiler, Rußhütten oder Flößerseen sind Zeugen dieser Vergangenheit.

Heute dominieren Mischwälder aus Nadelbäumen den Schwarzwald, in denen auch zunehmend wieder Laubbäume wachsen.

Die heutige naturnahe Forstwirtschaft im Naturpark, mit ihrer Ausrichtung auf tannenreiche Mischwälder, einem hohen Strukturreichtum und einem weitgehenden Verzicht auf große Kahlschläge wird diesen verschiedenen Ansprüchen an den Wald gerecht.

Zum Erhalt seltener Arten und zur Förderung von natürlichen dynamischen Prozessen im Wald, werden im Rahmen von Bann- und Schonwäldern zusätzlich Waldschutzgebiete bis hin zu Totalreservaten ohne jegliche Nutzung eingerichtet.

Stufiger Mischwald - er erfüllt die heutigen Anforderungen in idealer Weise.


Der Wald in der Region hat heute vielfältige Aufgaben. Durch die Produktion des nachwachsenden Rohstoffes Holz ist er ein bedeutender Wirtschafts- und Einkommensfaktor für viele ländliche Betriebe. Er ist aber auch ein wichtiger Ausgleichs- und Erholungsraum sowohl für die Besucher als auch für die hier lebenden Menschen.

04.02.12
http://www.naturparkschwarzwald.de/natur-landschaft/land_und_forstwirtschaft
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