Mitten in der Ortenau, dort wo das Kinzigtal in das Rheintal
ausschwingt, liegt der Wein- und Ferienort Ohlsbach. Auf einem
Lößhügel, geschützt vor Wasserflut, ist der Ort auf klösterlichem Boden
entstanden. Die erste uns bekannte Nennung des Ortsnamens datiert aus
dem Jahre 1233. Sie lautet "Olespach" und wird nach dem Bach als
Aalbach, nach dem ersten Siedler, als Bach des Olo gedeutet.
Aus
kleinsten Anfängen hat es sich zur heutigen Größe entwickelt. Ohlsbach
hat heute ca. 3.100 Einwohner. Die Gemarkung Ohlsbach beträgt 1.114 ha,
davon land- und forstwirtschaftlich: 900 ha, davon 600 ha Wald und 300
ha landwirtschaftliche Nutzung. Entlang des Baches und der Wege, aber
auch auf die Anhöhen bauten die Vorfahren ihre Behausungen. Es bildeten
sich einzelne Häusergruppen, die Zinken oder Ortsteil benannt wurden.
Die ältesten Ortsteile sind das Dorf, Hinterohlsbach, Ebersweier und
Büchen. Ohlsbach ist eine Streusiedlung. Nur im eigentlichen Dorf reiht
sich Haus an Haus. In Hinterohlsbach sind noch ein paar geschlossene
Hofgüter. Dort steht das Haus inmitten des Besitztums von Acker, Wiese
und Wald. Grund und Boden gehören als "Talquerschnitt", vom Gebirgskamm
über den Talgrund bis zum nächsten Gebirgskamm sich erstreckend, zu
einem Hofgute.
Von den ersten Häusern existieren keine mehr. 1689 wurde das Dorf bis auf zwei Häuser abgebrannt. Über den Grundmauern letzterer zwei entstanden moderne Anwesen. Im Jahre 1402 erklärte Ohlsbach seinen Beitritt zu der Stadtrepublik Gengenbach. Das Original des Vertrages befindet sich im Gemeindearchiv. Als die Ohlsbacher der Stadt beitraten, erklärten sie sich zu einer Zunft. Sie belobten der Stadtobrigkeit Treue und Gehorsam.
Die Stadt selbst versprach, die alten Rechte der Ohlsbacher nicht zu schmälern. Verbürgt sind diese in dem "Alten Herkommen", dessen Original sich auch im Gemeindearchiv befindet. An ihrem Eigentum sollten sie keine Schmälerung erleiden. Ohlsbach trat also ganz in den Gengenbacher Gemeindeverband ein, behielt aber immer aufgrund seines Vermögens und eigener Einkünfte eine Sonderstellung. Auch sicherten sich die Ohlsbacher den Austritt aus dem Verband.
Als im Jahre 1803 der Stadtstaat Gengenbach aufgelöst und die einzelnen Kirchspielgemeinden eigenständig wurden, schied Ohlsbach nur mit dem eingebrachten Gut aus, während die anderen neuen Gemeinden Anteile der ehemaligen Reichsstadtgemarkung erhielten. Drei Bildstöcke mit Rebmesser im Wappenschild deuten darauf hin, dass Ohlsbach eine uralte, freie dörfliche Gemeinschaft mit umfangreichem Weinbau war.
Bei der Gemeindereform 1973 – 1974 konnte Ohlsbach sich seine Selbständigkeit bewahren, trotz seiner bewegten Geschichte mit abwechselnden Besitzzugehörigkeiten.