Keltische Ursprünge
Etwa um 4000 v.Chr. wurden Ackerbauern aus dem Donauraum im Bereich
Nagold sesshaft. Ihr Siedlungsschwerpunkt lag östlich der heutigen
Stadt. Es waren die Kelten, die dem Fluss, in dessen Nähe sie
siedelten, den Namen „Nagold“ - dies bedeutet „fließendes Gewässer“
gaben. Vermutlich lag diese keltische Siedlung am Hang des Killberges.
Auf dem Schlossberg fand man Spuren einer keltischen Fluchtburg. Der
Fürst, der dort seinen Herrschaftssitz hatte, ruht vermutlich im
Heidenbühl, dem keltischen Grabhügel aus dem 5. Jh. v.Chr.
Beim Krautbühl handelt es sich vermutlich um einen Grabhügel aus
frühkeltischer Zeit, errichtet für einen vornehmen Kelten, der im 6./5.
Jh. v. Chr. auf dem damals schon befestigten Schlossberg residiert hat.
Von den Römern zur Stadtgründung durch die Hohenberger
Um die Zeitenwende wurde der Nagolder Raum Teil des Römischen Reiches.
Im 3. Jh. n.Chr. verdrängten die Alemannen die Römer endgültig aus
Südwestdeutschland. Sie waren es auch, die auf den Fundamenten eines
römischen Gutshofes die Remigiuskirche errichteten.
786 wird Nagold als „villa nagaltuna“ erstmals urkundlich erwähnt.
Bis zur Mitte des 13 Jh. gehörte Nagold zum Besitz der Grafen von
Nagold. Durch Heirat kam die Grafschaft im 13. Jahrhundert dann an die
Hohenberger, die auf dem Schlossberg die Burg errichteten. Die
Hohenberger waren es auch, die die Gründung der Stadt vorantrieben -
und zwar an dem Ort, der heute noch Mittelpunkt der Stadt ist.
Die wechselvolle Geschichte Nagolds
Das Schicksal Nagolds ist eine wechselvolle Geschichte mit Krieg und
Frieden, Höhen und Tiefen. Wohlhabenheit war etwas Seltenes und keiner
der Stürme, die über das Land und das Heilige Römische Reich Deutscher
Nation hinwegbrausten, vergaß Nagold. Das 17. Jahrhundert mit dem
Dreißigjährigen Krieg, durch den die Burg Hohennagold zerstört wurde,
nebst den nachfolgenden französischen Reunionskriegen brachte Nagold
viel Leid. Am 15. September 1795, der Geist der Französischen
Revolution hatte auch den Nagolder Stadtmagistrat erfasst, trat durch
eine Initiative des Stadtschreibers Ludwig Hofacker in Nagold ein
Vor-Parlament des württembergischen Oberlandes zusammen, um ein
einheitliches Vorgehen für den 1797 stattfindenden Reformlandtag zu
erreichen.
Die „Nagolder Partei“ erreichte bei diesem Landtag eine Reform der
Landstände und damit das Brechen der völlig entarteten Herrschaft der
Landschaftskonsulenten.
Von der Amtsstadt zum modernen Mittelzentrum
1363 kamen Stadt und Burg durch Kauf an die Grafschaft Wirttemberg. Nagold wurde Amtsstadt. Die Funktionen einer Amts- und seit 1806 Oberamtsstadt wurden bis zur Aufhebung des Oberamtsbezirkes Nagold im Jahr 1938 erfüllt. Im Jahr 1939 wurde Iselshausen in die Stadt Nagold eingegliedert; in den siebziger Jahren folgten Pfrondorf, Gündringen, Mindersbach, Schietingen, Vollmaringen, Hochdorf und Emmingen. In Verwaltungsgemeinschaft mit Haiterbach, Ebhausen und Rohrdorf nimmt Nagold seit 1975 wesentliche Verwaltungsaufgaben für mehr als 30 000 Menschen wahr. Die Erhebung zur „Großen Kreisstadt“ zum 1. Januar 1981 und die im Landesentwicklungsplan ausgewiesene Funktion als „Mittelzentrum“ bestätigen ihre althergebrachte Zentralität.