Die Geschichte in Zahlen - Markante Daten
Als Gründer Ettenheims gelten der elsässische Herzog Ettiko II., der im Jahre 712 starb, oder sein Sohn Eddo (auch Etto oder Heddo), ein bedeutender Straßburger Bischof (734 - 775), der das Kloster Ettenheimmünster wieder errichtete. In den Jahren zwischen 810 und 900 wird Ettenheim erstmals urkundlich erwähnt im Verbrüderungsbuch des Klosters St. Gallen. Später entwickelte sich der Ort zum verwaltungsmäßigen und wirtschaftlichen Mittelpunkt der Straßburger Herrschaft auf dem rechten Rheinufer.
Im 12. Jahrhundert erhält Ettenheim das Marktrecht. Kaiser Friedrich II. verlegt den Ettenheimer Markt nach Mahlberg. 1236 erhalten beide Städte nach Beilegung des Streits das Marktrecht zugebilligt. 1302/1304 erhält der Marktflecken unter Bischof Friedrich I. von Straßburg und König Albrecht I. das Stadtrecht verliehen. 1401 verpfändet Bischof Wilhelm von Diest Ettenheim an die Stadt Straßburg. Die Befestigungen aus der Zeit der Stadtwerdung – drei Tortürme, innere Mauer – werden durch einen zweiten Mauerring ergänzt und verstärkt. Straßburg war führend in der Befestigungskunst in jener Zeit. 1452 entsteht durch eine Stiftung das Spital. Es dient als Pfründnerheim und Krankenhaus und unterstützte Arme, Obdachlose (durch eine "Suppenanstalt") und Schulkinder. Abbruch des alten Gebäudes 1781; heutiger Neubau 1786 eingeweiht. 1525 empören sich im Bauernkrieg die Bauern rings um die Stadt unter dem Einfluss des Straßburger Vogts halten sich die Ettenheimer von einer offenen Parteinahme zurück. 1569 ist die Stadt in den Hugenottenkriegen Musterungsplatz des Prinzen von Oranien. Zwischen 1592 und 1604 gewinnt die Reformation auch in Ettenheim Einfluss. Die Stadt soll zeitweilig evangelisch geworden sein. Am 25. August 1637 brennt Bernhard von Weimar die Stadt nieder. Nur wenige Gebäude überstehen den Brand; lange Zeit liegt die Stadt "öd und leer". 1695 leben nach dem Wiederaufbau 184 Bürger, beziehungsweise 720 Einwohner in der Stadt. 1716 erhalten die Zünfte – sie bestanden schon vor dem 30-jährigen Krieg – eine neue Zunftordnung. 1757 wird das heutige Rathaus fertiggestellt. 1768 wurde mit dem Bau der Barockkirche begonnen; 1771 wurde der erste Gottesdienst zelebriert und 1782 erfolgte die Konsekration. 1776 wird das neue Schulhaus (heute dient es als Pfarrhaus) erbaut. Die alte Schule musste 1766 wegen des Kirchenbaues abgebrochen werden.