Naturpark Schwarzwald
Mitte/Nord


Historie

Von der Rodungsinsel zum Heilklimatischen Kurort

Dobel entstand als Rodungsinsel im Wäldermeer des Nordschwarzwaldes. Vom alten Siedlungsland aus, wo Grund und Boden für die wachsende Bevölkerung kaum noch reichte, wurden durch Rodung im höher gelegenen – wenn auch weniger fruchtbaren - Waldland Neusiedlungen angelegt. So waren es, neben den Grafen von Calw im Nagoldtal und den Grafen von Eberstein im Murgtal, die Herren von Straubenhardt, welche hier kleine Rodungssiedlungen, u. a. auch Dobel gründeten. Nach der Form der Anlage spricht man von Hufendörfern, da zu jedem Gehöft ein Streifen Feld bis zum Waldrand - eine "Hufe" - gehörte. Die Burg der Gründer und Herren von Dobel stand auf einem vorspringenden Bergrücken über der Enz zwischen Höfen und Neuenbürg, 7 km nach Dobel. Burggraben und Mauerreste sind noch heute zu sehen.

Urkundlich wird Dobel erstmals 1146 in der Stiftungsurkunde des Klosters Herrenalb erwähnt. Dies bedeutet, daß Dobel bei Klostergründung durch die Ebersteiner schon als Siedlung der Herren von Straubenhardt bestand. Als deren Geschlecht 300 Jahre später im Mannesstamm erlosch, kam das Dorf zur Hälfte ans Kloster Herrenalb, die andere Hälfte an Württemberg und Baden. Als dann 1534 das Herzogtum Württemberg der Reformation beitrat, wurde das Herrenalber Kloster aufgehoben. Der Klosterbesitz, zu dem seit 1442 auch die Ortshälfte von Dobel gehörte, wurde vom Land eingezogen, jedoch bis 1803 als besonderes Klosteramt verwaltet. Weil der badische Ortsteil inzwischen durch Tausch ebenfalls an Württemberg gelangte, war Dobel ab 1534 ganz württembergisch. Über 400 Jahre war ein Teil der Gemeindegrenzlinie (zwischen Roßkopf und Eyachtal) zugleich die Landesgrenze zu Baden. Bis 1803 ging jedoch die Grenze zwischen den württembergischen Verwaltungsbezirken, dem Amt Neuenbürg und dem Klosteramt Herrenalb, mitten durch's Dorf. Davon künden noch einige alte Grenzsteine, wie auch zahlreiche alte, mit Wappen versehene Steine in den Wäldern an die ehemals badischen Besitzungen erinnern. Noch heute spricht man von der "Klosterseite" und der "Rentkammerseite".

In den Aufbaujahren der Nachkriegszeit änderte sich der Charakter der Gemeinde. Viele Heimatvertriebene wurden aufgenommen. Aber auch der gute Ruf von Dobel als Luftkurort bewog viele Fremde zum Zweitwohnsitz oder Altersruhesitz. Die Einwohnerzahl stieg um die Hälfte, innerhalb von 25 Jahren von rd. 1000 auf über 1500. Durch den Zuzug wurde in der ursprünglich fast rein evangelischen Gemeinde eine katholische Kirche notwendig. Im neuen Rathaus (1964) wurde auch die Kurverwaltung untergebracht – ein Zugeständnis an den wachsenden Tourismus. Eine schöne Waldfriedhofanlage, ein zeitgerechter Kindergarten, ein neuer Sportplatz, Tennisplatz, Kuranlagen, das Parkhallenbad (1979) u. a. gehören zu den vielen Neuerungen im Ortsbild - die u.a. auch den Wandel zum aufstrebenden Kurort verdeutlichen.

04.02.12
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