Naturpark Schwarzwald
Mitte/Nord


Historie

Zur Geschichte von Bad Wildbad

Ein "Wiltbade" wurde erstmals 1345 urkundlich erwähnt. Darin wurde Burg und Stadt Zavelstein "ane das Wiltbade das hant sie In behabet' an die Pfalzgrafen von Tübingen verpfändet.

Diese Erstnennung ist jedoch unsicher, da das Hauptstaatsarchiv Stuttgart und das Generallandesarchiv Karlsruhe dieses "Wiltbade" auf Bad Teinach beziehen.

Gesicherter ist das Jahr 1367 mit dem Überfall in Wildbad. Damals wurde Graf Eberhard 11. von Württemberg (auch Greiner oder Rauschebart genannt), der sich mit seiner Familie in Wildbad befand, von den "Martinsvögeln" überfallen. Mit knapper Not konnte er entkommen und sich auf seine Burg Zavelstein retten.

In Ludwig Uhlands Gedicht wird diese Episode heroisiert dargestellt. Es ist jedoch sicher, dass Wildbad schon im frühen Mittelalter bestand. Darauf deutet auch der 1904 entdeckte Urquell hin. Die dort aufgefundenen Gefäße und Eichenholzstücke wurden bei radiokarbon- und dendrochronologischen Untersuchungen dem 12. Jahrhundert zugeordnet.

Die erste sichere Nennung Wildbads geht in das Jahr 1376 zurück, als der Bischof zu Speyer ersucht wurde, den Wildbader Kaplan zu ermächtigen, selbst Taufen und Beerdigungen vorzunehmen und Legate sowie den Zehnten zu empfangen. Wildbad wurde zum Schutz mit einer Mauer umgeben und 1442 zur Amtsstadt erhoben.

Blick ins alte Bad Wildbad


Im 15. Jahrhundert erscheint Wildbad bereits als bedeutender Badeort. Viele Adelige und hochgestellte Gäste suchten in den Thermen Heilung ihrer Gebrechen.

Während des Bauernaufstands 1525 befanden sich viele Ritter sowie einige Fürsten und Äbte in Wildbad. Ihre Herbergen waren mit Fahnen, Wappen und Schildern behängt, wodurch sich das Feuer beim großen Stadtbrand rasch ausbreiten konnte. In dieser Zeit war Wildbad eine der Hochburgen der Wismutmalerei. Die adeligen Gäste nahmen die auf Wismutgrund bemalten Kästchen gern als Souvenir mit. Sogar ein Flügelaltärchen der Abtissin Veus soll hier 1551 hergestellt worden sein.

Schon 1514 gab es in Wildbad eine städtische Ordnung der Maler, Dreher und Ladenmacher. Der von Kaiser Maximilian 1. erstellte Freiheitsbrief, der 1525 verbrannte, wurde 1530 von Kaiser Karl V. erneuert. Im Laufe der Jahrhunderte nahm Wildbad dank der Förderung durch die Grafen und Herzöge von Württemberg einen stürmischen Aufschwung. Das Herzogliche Palais, die Kuranlagen, moderne Badegebäude, Hotels und Gasthäuser wurden erstellt, um die ständig wachsende Zahl der Badegäste aufzunehmen.

Ernte in Bad Wildbad


Unterbrochen durch Kriege und Stadtbrände wurde das herzogliche, später königliche Bad immer wieder aufgebaut und modernisiert. Heute sind die Stadt Bad Wildbad und das Staatsbad bestrebt, durch Modernisierungsmaßnahmen wie die Verkehrsberuhigung durch den Meistern-Tunnel, den Bau von Parkhäusern und die Schaffung von Fußgängerzonen, wieder einen hochrangigen Stellenwert in der Bäderlandschaft zu erringen. Die Wildbad-Therapie und die heilende Kraft der Thermen sowie die gesunde Luft inmitten der Wälder werden dies sicher wieder ermöglichen.

Erholung in Bad Wildbad


08.02.12
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